Theologische Hochschule Chur

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Inaugurationsfeier
des Studienjahres 2009/2010   

Umrahmt von den festlich-feierlichen Klängen jüdischer Klezmer-Musik wurde am 22.10.2009 an der Theologischen Hochschule Chur das Studienjahr 2009/2010 offiziell eröffnet. Zu Beginn plädierte Rektorin Prof. Dr. Eva-Maria Faber in ihrer Inaugurationsrede für einen weiten Begriff von Katholizität: Akademisches Forschen, Lehren und Studieren eröffne Horizonte. Das gelte auch für die katholische Theologie, der man immer wieder unterstellt, sie könne nicht wissenschaftlich arbeiten, weil sie kirchlich gebunden sei. Faber betonte hingegen, die Theologie müsse gerade durch Offenheit und die Bereitschaft zur Veränderung der eigenen Meinungen „Hüterin des Katholischen“ sein. Der Begriff „katholisch“ sei nicht nur durch seine konfessionelle Lesart eng geführt worden. Auch durch den immer wieder zu hörenden Vorwurf, diese oder jene Person oder Meinung sei „nicht mehr katholisch“, würde der Begriff zur Etikette, dem ein breites Spektrum an Perspektiven fehle. Angesichts solcher Tendenzen fühle sich die THC in Forschung und Lehre einer Theologie verpflichtet, die die innere Vielfalt christlichen und katholischen Lebens zur Geltung bringe.
Um die Verbundenheit mit dem Judentum als dem „erstgeliebten Volk Gottes“ zum Ausdruck zu bringen, hatte die THC als Festredner Dr. Tovia Ben Chorin, den früheren Rabbiner der jüdisch-liberalen Gemeinde Or Chadasch in Zürich eingeladen. Der heute in Berlin wirkende Rabbiner sprach über das „Menschenbild des jüdischen Festkalenders“. Dabei spannte er einen grossen Bogen vom jüdischen Neujahrsfest über das Laubhüttenfest bis zum Pessachfest. Ben Chorin zeigte gleichermassen kenntnisreich wie humorvoll zahlreiche Querverbindungen zur christlichen Liturgie und Theologie auf.

Christian Cebulj

09.12.2009


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