Pastoralinstitut Priesterseminar

Theologische Hochschule Chur

Exkursion in die facettenreiche Stadt Paris

Mitte Oktober hat sich eine Gruppe Studierende zusammen mit den beiden THC-Bibelwissenschaftlern Prof. Dr. Michael Fieger und PD Dr. Hildegard Scherer auf den Weg nach Paris gemacht. Ihr Ziel war der Louvre und die dortige Ausstellung der Altertümer aus dem Nahen Osten, aus Griechenland und der Zeit des Römischen Reiches.

Zu Beginn des Rundgangs führte Michael Fieger an die ältesten Exponate der Ausstellung heran: mit Keilschrift behauene Tontafel aus Ugarit (Ras Shamra), die zum Teil aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. stammen. Diese eindrücklichen Zeugen der sich formierenden Schrift standen neben zahlreichen Baalsfiguren und Rollsiegeln und weiteren Exponaten aus dem Alltag der Menschen dieser Zeit. Angesehen wurde auch die Dioritstele mit dem Codex Hammurapi aus dem 18. Jahrhundert v. Chr. Diese ausführliche Gesetzestafel in altbabylonischer Keilschrift steht als eindrückliche 2.25 Meter hohe Stele mitten im Raum, was den Blick auf die komplette Beschriftung frei macht. Ausführlich angesehen wurde auch die etwas jüngere Mescha-Stele (Moabitischer Stein) aus dem 9. Jahrhundert v. Chr, die als einer der ersten ausserbiblischen Belege für die Existenz Israels gilt. Sie trägt eine der frühesten expliziten Nennungen JHWH`s.

Abgeschlossen wurde dieser erste Museumsteil mit dem Blick auf monumentale Bauwerke aus Babylonischer Zeit. Nach einer kurzen Pause führte Hildegard Scherer über die Betrachtung antiker Statuen an die griechische und römische Welt und ihre Werte heran. In kurzen Sequenzen der Betrachtung verschiedener Kunstwerke erläuterte sie die frühen Idealtypen der griechischen Antike bis hin zu den individualisierten Vorstellungen des römischen Imperiums. Sie sensibilisierte für die Verbindungen zur christlichen Kunst und die Kontinuität antiker Motive, auch in der christlichen Ikonographie. Auch der Blick auf erlesene Einzelstücke war möglich, wie z.B. auf den „Betenden“, die Venus von Milo oder auch auf die frühe Ikone aus dem 8. Jahrhundert n. Chr „Christus und Vater Mena“ aus dem koptisch-orthodoxen Bawit Kloster. Selbst ein Blick auf die berühmteste Bewohnerin des Louvre, die Mona Lisa, liessen sich viele nicht nehmen.

Nicht allein diese Fülle an Kunstwerken fiel bei dieser Exkursion ins Auge. Auf ausgiebigen, individuellen Erkundungstouren bei allerschönstem Herbstwetter konnte die Stadt nach persönlichem Gusto durchstreift werden. Die Highlights der Stadtbesichtigung – sei es zu Fuss, mit dem Boot oder mit der Metro – die sich nur wenige entgehen liessen, waren die Kathedrale Notre-Dame, der Triumphbogen, der Place St. Michel im Quartier Latin und vieles mehr. In den belebten Strassen und Bistros liess es sich bestens ausspannen und den Moment geniessen. Alle, die mitgefahren waren, wurden von der Stadt Paris, die sich an diesem Wochenende von ihrer schönsten Seite zeigte, sehr gastfreundlich aufgenommen.

Schliesslich versammelten sich am Abend alle wieder auf dem Hügel bei der imposanten Kirche Sacré Coeur. Nach einem ausgiebigen Blick von der Aussichtsplattform und einem ersten Eintauchen in die ausgelassene Feststimmung rund um die Kirche, traf man sich mit dem Priester der Kirche, Dominic Schubert, ein guter Bekannter von Prof. Fieger. Die beiden Priester feierten mit der Studentengruppe eine Vorabendmesse in der eindrücklichen Krypta der Kirche Sacré Coeur. Dominic Schubert liess es sich im Anschluss nicht nehmen durch die Kirche und das lebendige Quartier Montmartre zu führen. Abgeschlossen wurde der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen in einem Bistro beim Montmartre.

Bericht: Brigitta Schmid